© 2002/17 Ja-DV

Erinnerung an die Vergangenheit als Mahnung f├╝r den Frieden
 KSK feierte 50j├Ąhrige Wiedergr├╝ndung – Gottesdienst mit Totengedenken

 Am 19. Juni 2004 beging die Krieger- und Soldatenkameradschaft Altdorf ihre 50j├Ąhrige Wiedergr├╝ndung. Vor dem Festabend im Ziegeleistadel zog man mit den zahlreichen Ortsvereinen sowie der musikalischen Begleitung durch den Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Landshut und der Haunwanger Blaskapelle zur Frauenkirche und zum Kriegerdenkmal, wo der KSK-Vorsitzende Franz Kainz eine Ansprache hielt.

Kainz sieht es als eine gute und erhaltenswerte Tradition der Vereine, Gr├╝ndungsfeste mit einem Gedenken an die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen beginnen zu lassen. Dieses Gedenken solle daran erinnern, dass viele, die heute noch leben k├Ânnten, schon in jungen Jahren ihr Leben lassen mussten, weil der Sprache der Waffen und der Gewalt gegen├╝ber dem Wort der Verst├Ąndigung und des Friedens der Vorzug gegeben worden w├Ąre. ÔÇ×Dabei wurde nie danach gefragt, ob diejenigen, die letztlich daf├╝r sterben mussten, dies wollten oder nicht. Man hat sie gezwungen, die verabscheuungsw├╝rdigste Form der menschlichen Auseinandersetzung - n├Ąmlich den Krieg - zu f├╝hren.“ Ein Blick in die Geschichte der V├Âlker lehre, dass Kriege von den M├Ąchtigen fast immer aus geographischen, wirtschaftlichen, rassistischen, religi├Âsen, vor allem aber aus imperialistischen Gr├╝nden gef├╝hrt worden seien. Wenn heute in unserem Land auf eine fast 60j├Ąhrige Epoche des Friedens zur├╝ckgeblickt werden k├Ânne, so sei dies sicherlich mit darin begr├╝ndet, dass die Grauen und Schrecken eines Weltkrieges von den ├ťber┬şlebenden nicht vergessen und an die Nachfolge┬şgeneration weitergegeben w├╝rden. ÔÇ×Daraus erw├Ąchst die Verpflichtung, auch k├╝nftig im Gedenken an die vielen Millionen Toten der Kriege den Frieden zu erhalten und zu sichern,“ appellierte Kainz an die Zuh├Ârer. Bei den Gedenkansprachen zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie sei die Bedeutung des Friedens bei allen Rednern im Besonderen herausgehoben worden. Der franz├Âsische Pr├Ąsident Jacqes Chirac habe dabei betont, dass von den Friedh├Âfen der Gefallenen eine Botschaft des Friedens ausgehe, die eine Herausforderung f├╝r die Zukunft und eine Aufgabe f├╝r die Gegenwart sei. Kainz sprach die Hoffnung aus, dass diese Reden nicht nur leere Worth├╝lsen waren, sondern vielmehr die tiefe ├ťberzeugung der Regierenden. Schon der r├Âmische Moralphilosoph Seneca habe in Anbetracht der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit vor fast 2000 Jahren im r├Âmischen Senat die Aussage gemacht: ÔÇ×Wir d├╝rfen nie aufh├Âren, an vergangene Kriege zu erinnern und zu mahnen, denn wenn wir nicht mehr mahnen, legen wir die Saat, wieder mahnen zu m├╝ssen.“ Der Vorsitzende forderte die Zuh├Ârer auf, den Frieden zu wollen. Nicht derjenige k├Ânne etwas bewegen, der den Krieg hasse, sondern nur derje┬şnige, der den Frieden liebe. Dieses Gedankengut weiterzutra┬şgen, sei das Ver┬şm├Ąchtnis der unz├Ąhligen Toten aller Nationen der vergangenen Kriege. ÔÇ×Wer die Mahnung der Toten vergisst, kann zum Wegbereiter neuen Schreckens werden.“ In Ehrfurcht vor den Toten und als ├Ąu├čeres Zeichen der Verbundenheit legte Kainz im Namen der Krieger- und Soldatenkameradschaft und unter Salutsch├╝ssen und dem Lied vom Guten Kameraden einen Kranz am Mahnmal nie┬şder.

Schirmherr und B├╝rgermeister Josef Sehofer wies in seinem Gru├čwort im Ziegeleistadel auf den hohen Blutzoll der beiden Weltkriege hin. Nach fast sechs Jahrzehnten des inneren und ├Ąu├čeren Friedens k├Ânne sich zumeist nur noch die Generation der 70- bis 90j├Ąhrigen an die erlebten Schrecken und Trag├Âdien erinnern. Trotzdem seien noch Veteranen in der Kameradschaft, die dieses unbeschreibliche Leid hautnah mitbekommen h├Ątten und sich nach dem verheerenden Krieg geschworen h├Ątten: ÔÇ×Nie wieder Krieg!“. Allerdings bedauerte Sehofer, dass die Wirklichkeit oftmals von diesem Wunsch weit entfernt sei. Jedoch d├╝rften auch nach fast 60 Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg diese Kriegsfolgen nicht aus dem Bewusstsein verdr├Ąngt werden. ÔÇ×Die Bew├Ąltigung der Vergangenheit ist und bleibt f├╝r uns auch ein Auftrag, die Zukunft besser und insbesondere friedvoller zu gestalten, appellierte der B├╝rgermeister. Er bat die Zuh├Ârer, der in Frieden und Wohlstand aufgewachsenen Jugend ein gesch├Ąrftes Bewusstsein f├╝r ein friedvolles Zusammenleben und f├╝r ein solidarisches Handeln mit auf dem Weg zu geben. ÔÇ×Zum Frieden gibt es n├Ąmlich keine Alternative.“

Franz Kainz hie├č zum Festabend neben vielen ├Ârtlichen Repr├Ąsentanten auch den Vorsitzenden des Kreiskrieger- und Soldatenverbandes Erwin Sedlmeier im Ziegeleistadel herzlich willkommen und dankte den zahlreichen Ortsvereinen mit ihren Fahnenabordnungen f├╝r ihre Teilnahme. Besonders erfreut war der KSK-Vorsitzende, dass neben den Vereinskameraden so viele Wittfrauen der Einladung gefolgt sind und ihre Verbundenheit mit der Kameradschaft damit zum Ausdruck brachten. Nicht zuletzt konnte man eine Abordnung von den italienischen Freunden der Alpini aus San Vito di Leguzzano begr├╝├čen. Kainz dankte aber auch den vielen Helfern, die durch ihr Engagement das Fest zu einer gelungen Veranstaltung werden lie├čen. Im Mittelpunkt des Abends standen die noch 15 Kameraden, die damals im Jahr 1954 die KSK Altdorf wieder ins Leben gerufen haben. Den Kirchenzug durften sie auf einer pr├Ąchtig geschm├╝ckten Pferdekutsche begleiten. Die K├╝che unter Schmankerlkoch Anton Eibl bot Gegrilltes, K├Ąse und andere Schmankerl an. Das reichhaltige Kuchenbuffet wurde von den Vorstandsfrauen vortrefflich organisiert. Die Haunwanger Blaskapelle spielte in gekonnter Manier flei├čig auf.

Dem Festabend ging ein feierlicher Gottesdienst in der voll besetzten Frauenkirche voraus, den der M├Ąnnerchor Altdorf unter der Leitung seines Ehrenchorleiters Oskar F├Âckersperger musikalisch in ausgezeichneter und w├╝rdevoller Weise umrahmte. Im Gebet dankte man f├╝r die lange Friedenszeit und betete f├╝r die Herrscher auf dieser Welt. Pfarrer Josef Dotzler sieht eine Best├Ątigung f├╝r die Aufgabe und das Ziel, f├╝r Frieden und Freiheit unter den V├Âlkern einzutreten, im christlichen Glauben. Deshalb geh├Âre ein Gottesdienst als ein wichtiger Bestandteil zum Fundament dieser Gemeinschaft. Wenngleich man sich auch als Nichtchrist f├╝r den Frieden einsetzen k├Ânne, so k├Ânne man als Christ aber nicht anders als f├╝r einen gerechten Frieden sein, der die Freiheit und alle Menschenrechte einschlie├če. ÔÇ×Den Krieg verherrlichen und propagieren oder gar anzetteln, das l├Ąsst sich mit der Botschaft Jesu nicht vereinbaren,“ stellte der Geistliche klar heraus. Wenn alle sich an Wort und Beispiel Jesu halten w├╝rden, mahnte Dotzler, g├Ąbe es keine Kriege unter Menschen und V├Âlkern. ÔÇ×Wenn's darum geht, einen Weg zum friedlichen Miteinander zu finden, dann kann uns Jesu Wort Wegweisung sein.“ Bevor man zum Kriegerdenkmal zog, beeindruckte der M├Ąnnerchor die Gottesdienstbesucher mit dem ÔÇ×Chor der Gefangenen aus Nabbucco“.

Hier finden Sie die Bilder:

Umzug und Gedenken