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Alpinibesuch 2003

Vom 18. bis 20. Juli 2003 besuchten die Alpini aus der Altdorfer Partnerschafts- gemeinde San Vito di Leguzzano die Krieger- und Soldatenkameradschaft Altdorf. Dabei bot man den italienischen Freuden ein unterhaltsames Rahmenprogramm. Am Freitag besichtigte man die Schlossbrauerei in Hohenthann, um sich vor Ort über die Herkunft und die Herstellung des bayerischen Bieres zu informieren. Den Abend ließ man im Gasthaus Stix freundschaftlich und gemütlich ausklingen. Am Samstag besichtigte die Gruppe das Schloss Nymphenburg in München. Am Nachmittag und Abend nahmen die Gäste am Schupfafest der KSK Altdorf auf dem Ziegeleigelände teil, wo sie auch heimische Produkte anboten. Am Sonntag besuchten die Italiener mit den Altdorfer Kriegern den Gottesdienst, anschließend legten die Alpini am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder.

Junior-Chef Klaus Rauchenecker führte die Italiener in Begleitung einiger KSK-Vorstandsmitglieder durch die Brauerei. Das mittlerweile in fünfter Generation geführte Unternehmen bestand in seiner Anfangszeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Brauerei, Wirtshaus mit Posthalterei und Landwirtschaft. Für besonders wichtig hält heute der Diplom-Braumeister den Erhalt eines unverwechselbaren Biergeschmackes, der im Leitbild der Brauerei fest verankert ist. Selbstverständlich wird in Hohenthann nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 gebraut. Die Qualität der heimischen Rohstoffe Malz und Hopfen, sowie das altbayerische Sudverfahren nach überlieferter Rezeptur gehören dabei zu den größten Einflussfaktoren des Geschmacks. Dazu kommt noch das hervorragende Brauwasser aus dem eigenen Tiefbrunnen.

Nach den einführenden Worten wurde die Gruppe durch die Brauanlagen geführt. Von der Schroterei im oberen Teil des Turmes ging es hinunter über die Mälzerei in das Sudhaus. Ein Sud umfasst 150 Hektoliter, der hier seine feste Zeit im Kupferkessel verweilt, bevor er gekocht wird. Hierzu wird ein Ein- und auch Zweimaischverfahren angewendet. Die nächste Station war der tiefgelegene Lagerkeller, in dem bei sehr kühlen Temperaturen bei einer klassischen Kaltgärung von sechs bis acht Tagen das frische Bier dann nochmals sechs Wochen in großen Tanks gelagert wird. Beeindruckt waren die Besucher von der automatischen Abfüllanlage. Stolz ist man darüber, dass keine Stabilisatoren und keine Pasteurisierung für die Haltbarmachung des Bieres Verwendung finden. Der KSK-Vorsitzende Franz Kainz bedankte sich bei Juniorchef Rauchenecker für die sehr informative und eindrucksvolle Führung mit einem kleinen Präsent. Im Gasthaus Stix in Eugenbach konnte die Gruppe die mehrfach prämierten Biere der Hohenthanner Brauerei bei einer bayerischen Brotzeit genießen.

Bürgermeister Josef Sehofer und der frühere Bürgermeister von San Vito, Dr. Carlo Traballi, gaben ihrer Freude Ausdruck, durch einen weiteren Besuch die Partnerschaft zwischen beiden Kommunen wieder einen Schritt vorwärts bringen zu können und wünschten dem Wochenende einen harmonischen Verlauf. Einen besonderen Dank zollte der KSK-Vorsitzende Franz Kainz bei seiner Begrüßungsrede Ursula Mang-Bertolati, die als „Sprachrohr“ zwischen San Vito und Altdorf die sprachlichen Hürden ausgleiche und allseits als Ansprechstelle für beide Seiten fungiere. Als Geste des herzlichen Miteinanders bedachten die Alpini die Altdorfer mit einem künstlerisch gestaltetem Gastgeschenk. Aber auch die Kameraden der KSK hatten sich für ihre Gäste in Form einer Erinnerungsnadel etwas Besonderes einfallen lassen.

Am Samstag organisierten die Gastgeber einen Ausflug zum Schloss Nymphenburg. Die Besucher waren tief beeindruckt von der Großzügigkeit der Schlossanlage mit seinen Park- und Wasserflächen sowie den kleineren Prunkbauten wie Pagoden-, Amalien- und Badenburg. Nicht weniger interessant fanden sie die historischen Staats- und Galawagen, die Prunkschlitten sowie das Museum „Nymphenburger Porzellan“. Nach einem Spaziergang durch die herrliche ausgedehnte Parkanlage fuhr man nach Altdorf zurück, wo man abends das Schupfafest des Gastvereins besuchte (siehe eigenen Bericht).

Mittlerweile hat sich die Gestaltung des Sonntag Vormittages als feste Gewohnheit etabliert. Die Italiener besuchten gemeinsam mit den Altdorfer Kameraden den Sonntagsgottesdienst in der Frauenkirche. Pfarrer Josef Dotzler verstand es wiederum ausgezeichnet, die Gäste in das Gottesdienstgeschehen einzubinden. Anschließend zog man gemeinsam zum Kriegerdenkmal. In einer kurzen Ansprache verwies der Vorsitzende der Alpini, Arturo Antoniazzi auf die gemeinsame Geschichte. Man wolle das Gedenken als Zeichen der gegenseitigen Achtung aller Kriegstoten verstanden wissen. Zudem solle es ein kleiner Beitrag für den Frieden in Europa sowie auf der ganzen Welt sein. Als sichtbare Geste des Gedenkens legte er einen Kranz am Mahnmal nieder. Der KSK-Vorsitzende Franz Kainz dankte für die Ehrung und verband damit die Hoffnung, dass sich über die enge Verbundenheit der Vereine die Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden weiter vertiefe und damit zur Verständigung der Völker untereinander beitragen möge. Vor dem Aufbruch zum gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Frauenbauer führte der Ehrenschriftführer der KSK die Gäste durch die neu renovierte Frauenkirche Frauenkirche und fand nicht nur für seine ausgezeichneten Italienischkenntnisse, sondern im Besonderen auch für sein Kunstwissen große Anerkennung bei den San Vitesern.

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