© 2002/17 Ja-DV

  Zu besinnlichen Stunden lud die Krieger- und Soldatenkameradschaft ihre Mitglieder sowie die Wittfrauen in das Gasthaus Frauenbauer ein. Im vollends gefüllten Saal konnte Vorsitzender Franz Kainz viele Gäste und kommunale Vertreter begrüßen. Die musikalische Umrahmung übernahm die „Altdorfer Saitenmusi“ unter der Leitung von Rudolf Gallecker.

 Gerade bei der Weihnachtsfeier eines Kriegervereins würden die Gedanken oftmals zurück wandern in die Zeit, als ein grausamer Krieg Deutschland, Europa und die ganze Welt erschütterte und unzählige Menschen vertrieben wurden, so Kainz in seiner Begrüßung. Gerade hierin möge die besondere Besinnlichkeit dieser Weihnachtsfeier liegen. Im tieferen Sinn sprach er die Hoffnung aus, dass die Wachhaltung der Erinnerung ein kleiner Beitrag zur friedlichen Gestaltung der Zukunft beigesteuert werden kann. Erster Bürgermeister Josef Sehofer wünschte in einem kurzen Grußwort der Kameradschaft sowie allen Kameraden mit ihren Familien eine schöne besinnliche Weihnachtszeit sowie für das Jahr 2004 alles Gute.

 






Die Mitwirkenden mit der Vorstandschaft und Bürgermeister Sehofer








Mehrere nachdenkliche Gedichte, vorgetragen von Katharina Eder, Andrea Tafelmeier, Laura und Steffi Eben, brachten zum Ausdruck, dass im Krieg die Soldaten an Weihnachten sehr ruhig wurden und mit Sehnsucht zurück oder an Zuhause dachten. So wie die Menschen im Winter das Frühjahr herbei sehnen, so warteten die Soldaten auf Post von zuhause und auf baldigen Frieden. Johann Anthofer trug eine Erzählung vom russischen Kriegsgefangenenlager Woronesch vor. Damals versuchten die Soldaten mit primitivsten Mitteln Christbaum und Krippe zu basteln, um ein wenig besinnliche Stimmung zu erwirken. Unter ihnen war auch die russische Lagerärztin, für von diesen Stunden besonders beeindruckend war. Die Weihnachtsgeschichte, vorgelesen von Anton Brandl, handelte von einem jungen Soldaten bei Dnjepropetrowssk in der russischen Ukraine. Die Truppeneinheit musste nachts vor der Hauptkampflinie Minen verlegen, was nicht selten mit großen Opfern zu bewerkstelligen war. Nachdem es in der baumlosen Steppenlandschaft keine Nadelbäume gab, wurde ein Soldat beauftragt, von seinem Heimaturlaub einen Christbaum mit an die Front zu bringen. Am Heiligen Abend wurden dann im Kerzenschein des Christbaums Päckchen verteilt, die von den Angehörigen aus der Heimat stammten. Solche Eindrücke würden die Soldaten ein Leben lang begleiten.

 In seinen Schlussworten dankte zweiter Vorsitzender Werner Mengelkamp allen Mitwirkenden und ganz besonders dem Ehrenschriftführer Josef Stumhofer, der auch heuer wieder die Auswahl der Gedichte in bewährter Manier übernommen hatte.