© 2002/17 Ja-DV

Bundeswehr mit neuen Strukturen
Vortrag von Klaus Janssen bei der KSK

"Nach den bisherigen Umgliederungen der Budeswehr, die oft gar nicht bis zum Ende abgeschlossen wurden, soll jetzt eine endgültige Struktur eingenommen werden", erläuterte Stabshauptmann der Reserve Klaus Janssen in einem Referat, das er bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft im Gasthof Bernsteinhof kürzlich hielt. Diese neue Zielstruktur erklärte er am Beispiel des Heeres. Dabei werde das Heer drastisch reduziert, so Janssen und "so sind zum Beispiel von den ehemals 85 Panzerbataillionen nur noch 6 Bataillione übrig geblieben".

Vortrag 1.kl
Klaus Janssen, der Referent leistete viele Jahre Dienst bei der Bundeswehr in Landshut und zum Ende seiner Dienstzeit war er noch sechs Jahre im Stab der "Division Spezielle Operationen" (DSO) tätig. Dort leistet er auch jetzt noch seine jährlichen Wehrübungen ab. Bei seinem Referat "Die Bundeswehr heute am Beispiel der Division Spezielle Operationen" vor Mitgliedern der örtlichen KSK gab der Redner zunächst allgemeine Informationen, aus denen unter anderem auch hervorging, dass zur Zeit im Rahmen internationaler Verpflichtungen der Bundeswehr etwa 6.500 Soldaten weltweit im Einsatz sind, was nach seinen Ausführungen erhebliche Auswirkungen auf den Dienstbetrieb und die Ausrüstung der Budeswehr hat.

Zum Thema des Abends stellte Janssen die DSO und deren Wahlspruch "einsatzbereit - jederzeit - weltweit" detailliert vor. Als Risikovorsorge soll die Division unter anderem, auch unter dem Aspekt der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus, eine militärische Evakuierungsoperation zur Befreiung deutscher Staatsbürger aus drohender Lebensgefahr weltweit durchführen können. Die müsse in kurzer Zeit, also 24 bis 96 Stunden nach der Alarmierung, möglich sein. Für diese Aufgaben stehen zwei Luftlandebrigaden und das Kommando Spezialkräfte, sowie eine Reihe weiterer Truppenteile zur Verfügung. Die Division hat im Moment rund 8.000 Soldaten und ist an 13 verschiedenen Standorten in sechs Bundesländern stationiert.

Erstaunt waren die Zuhörer, als die wesentliche Ausrüstung und Bewaffnung der Division Spezielle Operationen vorgestellt wurde. Ist sie doch im Wesentlichen mit dem augenblicklich modernsten Gerät ausgestattet. Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Vorstellung der Fallschirm-Spezialzüge und der Diensthundezüge der Fallschirmjägerbataillione. Insbesondere die Diensthundezüge und deren Aufgaben sind neu und besonders für den Einsatz in Ortschaften geeignet, erläuterte der Referent. Die Soldaten der Division müssen nicht nur über eine hohe Einsatzbereitschaft und einen hohen Ausbildungsstand, sondern auch einen bestimmten Impfstatus verfügen, weshalb in der DSO nur wenige Wehrpflichtige vorhanden sind. Das Gros besteht aus Zeitsoldaten oder freiwillig länger Wehrdienst Leistenden (FWDL).

Vortrag 2-klSein Referat beschloss Klaus Janssen mit einen Film über die Division zur Untermauerung seiner Ausführungen, in dem eindrucksvoll die Vielseitigkeit, Ausrüstung und Ausbildung der Soldaten der Division zu sehen war. Werner Mengelkamp, der 2. Vorsitzende der Altdorfer KSK bedankte sich beim Referenten für dessen informativen und ausführlichen Vortrag mit einem Bierkrug der KSK und stellte fest, dass die Bundeswehr heute völlig anders aussieht als noch vor der "Wende". Insbesondere was die Aufgaben betrifft, fasste Mengelkamp die Meinung aller Zuhörer mit der Feststellung, "Hut ab, vor dem was die jungen Soldaten heute leisten müssen", zusammen.