© 2002/17 Ja-DV

Soziale Verantwortung ist wichtig
Jahrtag der KSK mit Ansprache am Kriegerdenkmal

Am Pfingstmontag beging die Krieger- und Soldatenkameradschaft ihren alljährlichen Kriegerjahrtag. Den Festgottesdienst in der Frauenkirche zelebrierten Pfarrer Richard Bayer und Diakon Michael Weigl. Dabei betete man besonders für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden und bat um Frieden in der Welt. 

VorsitzenderDer KSK-Vorsitzende Franz Kainz zeigte in seiner Ansprache am Kriegerdenkmal auf, dass die nun schon lange andauernde Friedenszeit in Deutschland und Europa nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, welche großen Schmerzen und welche tiefen seelischen Verwundungen die beiden großen Kriege des letzten Jahrhunderts über die Menschen gebracht hätten. „Die Erinnerung an Leid, Schmerz und Verlust mahnt uns zu dem Bemühen, diese grausamsten und schrecklichsten Seiten des menschlichen Umgangs miteinander – oder besser gesagt gegeneinander – mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften nie wieder aufkeimen zu lassen.“ Die Bereitschaft, diese als Mahnung wahrzunehmen, schwinde mit dem zunehmenden zeitlichen Abstand. Seiner Meinung nach liegt darin auch eine Ursache in der zunehmenden Radikalisierung. „Sind es nicht auch die Zukunftsängste, der Fanatismus, der Egoismus, die maßlose Gier und die zunehmend schwindende soziale Verantwortung, die derartiges Gedankengut keimen lassen?“, hinterfragte der Redner und zitierte den amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King: „Wo der Egoismus wächst, kann Frieden nicht gedeihen. Nur wenn jeder Einzelne in sich selbst nach Frieden sucht, wird ihn die Menschheit als Ganzes finden.“ Je weniger jeder Einzelne an Menschlichkeit, sozialer Eingebundenheit und Zufriedenheit wahrnehmen könne, umso größer war seit jeher die Bereitschaft, denjenigen Glauben zu schenken, die für Aggression und Intoleranz Stimmung machten. Um von der Unzufriedenheit im eigenen Land abzulenken, wurde von den Herrschenden vielfach ein anderes Volk für diesen Umstand verantwortlich gemacht und damit dem eigenen Volk der Grund für eine gerechtfertigte Bestrafung suggeriert. Der Krieg als Mittel dieser Bestrafung sollte damit seine Legitimation erhalten. Den Preis dafür aber hatten Millionen von Toten zu bezahlen, die lediglich als Mittel zum Zweck benutzt wurden, führte der KSK-Vorsitzende weiter aus. All diese Toten seien es, die uns zur Mahnung werden müssten, dass sich solch grausames nicht mehr wiederholen dürfe, die uns sagen würden, dass Krieg die schrecklichste Form der menschlichen Auseinandersetzung sei. Die uns aber auch sagen würden, welch kostbares Gut der Frieden sei und dass es gelte, alles zu tun, um ihn auch langfristig zu erhalten. „Der Erhalt und die Sicherung des Friedens vollzieht sich nicht von selbst, sondern muss von uns allen gewollt sein und getragen werden. Friedliches Zusammenleben kann auf Dauer nur gelingen, wenn die Menschen sich innerlich verbinden und Menschlichkeit sowie gegenseitige soziale Verantwortung wieder einen hohen Stellenwert einnehmen,“ appellierte der Redner Kainz an die Zuhörer.

KranzSchließlich legte Franz Kainz am Mahnmal in Ehrfurcht vor den Toten und als äußeres Zeichen der Verbundenheit einen Kranz unter den Klängen vom "Guten Kameraden" und einem Ehrensalut nieder. Der Vorsitzende wies beim anschließenden Frühschoppen im Gasthaus Frauenbauer auf den Vereinsausflug vom 20. bis 21. September nach Kaprun im Salzburger Land hin, zu dem sich Interessierte (auch Nichtmitglieder) umgehend bei Kassier Johann Anthofer (Unterwerkstraße 8, Telefon 935022) anmelden sollen. Die Blaskapelle der Deutschen aus Rumänien spielte noch schwungvoll auf.