© 2002/17 Ja-DV

Gedenken an die Opfer der Kriege
Krieger- und Soldatenkameradschaft beging ihren Jahrtag

Am Pfingstmontag beging die Krieger- und Soldatenkameradschaft ihren alljährlichen Kriegerjahrtag. Den feierlichen Gottesdienst in der Frauenkirche hielt Pfarrer Richard Bayer. Dabei betete man besonders für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden und bat um Frieden in der Welt. 

Jahrtag 3Der KSK-Vorsitzende Franz Kainz führte in seiner Ansprache am Kriegerdenkmal aus, dass sich der Gedenktag mit dem Ergebnis von verantwortungslos em, machtbesessene m und skrupellosem Handeln von Menschen gegen Menschen beschäftige. Dabei würde an Fehler erinnert, die in der Geschichte gemacht worden seien. Er stellte an die Zuhörer die Frage, warum man uns überhaupt erinnern solle, warum man die Schrecken der Vergangenheit im Gedächtnis bewahren solle. „Aber die Toten, die Opfer, sie sterben ein zweites Mal, wenn wir sie vergessen. Denn sie werden dann auch um ihre Botschaft gebracht. Wir gedenken der Toten nicht nur, weil wir Trauer verspüren, sondern auch, weil sie uns etwas zu sagen haben. Sie zeigen, wohin Hass, Gewalt und Verblendung führen; sie zeigen, zu welcher Unmenschlichkeit der Mensch fähig sein kann,“ gab Kainz zu verstehen. Die Gegenwart stehe nicht in einem luftleeren Raum. Das Heute entwickele sich aus dem Gestern, ohne Kenntnis der Vergangenheit sei die Gegenwart nicht zu verstehen und die Zukunft nicht zu gestalten. Wer seine Vergangenheit nicht kennt, so Kainz weiter, dem fehle auch das Verständnis für eine an christlichen und humanitären Grundsätzen ausgerichtete Zukunftsgestaltung.

Jahrtag 2„Ein Volk, das seine Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen kennt, ist jedenfalls weit eher in der Lage, die Bedeutung eines freiheitlichen und sozialen Rechtsstaates zu würdigen und für ihn auch in schweren Zeiten, wie wir es gerade erleben müssen, einzutreten, als eines, das diese nicht oder nur in Fragmenten kennt,“ argumentierte der Redner weiter. Wer jedenfalls die Achtung der Menschenrechte und die Freiheit hierzulande genieße, ohne zu wissen, wie viele Opfer erbracht werden mussten, um sie zu erringen, werde ihren Wert nie ermessen können. Nur wenn wir aus den Fehlern der Geschichte lernen würden, werden wir diese Fehler heute und morgen nicht wiederholen, bekräftigte Kainz. So schlage dieser Tag zum Gedenken an die Opfer menschlichen und staatlichen Fehlverhaltens einen sehr weiten Bogen. Er stehe für die ganz persönliche Trauer von Hinterbliebenen, er stehe für die Erinnerung an fürchterliche Greueltaten, er biete aber auch die Chance, Geschichte aufzuarbeiten und aus ihr zu lernen und insofern – nach vorne gerichtet – die einzig mögliche Schlussfolgerung zu ziehen, die da heißen müsse: „Nie wieder Krieg, nie wieder Gewaltherrschaft, sondern Versöhnung, Verständigung und Frieden zwischen den Menschen und den Völkern.“

Schließlich legte Franz Kainz am Mahnmal in Ehrfurcht vor den Toten und als äußeres Zeichen der Verbundenheit einen Kranz unter den Klängen vom "Guten Kameraden" und einem Ehrensalut nieder. Die Blaskapelle der Deutschen aus Rumänien spielte beim anschließenden Frühschoppen im Gasthaus Frauenbauer noch schwungvoll auf.