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 Aus der Geschichte lernen
KSK beging in feierlicher Weise ihren Jahrtag und gedachte der Toten

Ihren Kriegerjahrtag feierte die Krieger- und Soldatenkameradschaft Gemeinsam marschierte man zur Frauenkirche, 'Wo Pfarrer Josef Dotzler einen festlichen Gedenkgottesdienst feierte; Besonders schloss man in die Gebete die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden ein und bat um den Frieden in der Welt. Kriegerjahrtag

Nach dem Gedenkgottesdienst zog man zum Kriegerdenkmal und gedachte der vermissten und verstorbenen Kameraden. Auch dieses Jahr beteiligte sich eine stattliche Abordnung von Kameraden, Bürgermeister Josef Seehofer, dritter Bürgermeister Willi Gürtner, mehrere Gemeinderäte sowie viele Bürger an dem Gedenken. Die musikalische Gestaltung der Gedenkfeier übernahm wieder die Blaskapelle der Deutschen aus Rumänien.

"Vor über sechs Jahrzehnten hat der Schrecken sein Ende genommen, der Schrecken des Krieges, aber auch der national-sozialistischen Gewaltherrschaft", sagte KSK-Chef Franz Kainz bei seiner Ansprache am Kriegerdenkmal. Dennoch sei die Aufarbeitung offensichtlich noch lange nicht abgeschlossen. Die Medienlandschaft in Deutschland finde zunehmend neue Gesichtspunkte, die sich mit dem Krieg und seinen Folgen. auseinandersetzten. "Recht verhalten waren daoei bis vor kurzem die Berichte über die grausamen Erfahrungen, die die vielen Millionen Heimatvertriebenen erleiden mussten", so Kainz. "Die Trauer ist dem Menschen gegeben, um Schmerz und Verlust zu ertragen. Die Deutschen nehmen sich sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, wie ihre europäischen Nachbarn, das Recht auf Trauer. Das ist nicht allein durch Fernsehen und Tagespolitik zu erklären, und wenn jeder dritte Fernsehzuschauer den Film über die Flucht aus Ostpreußen sieht, kann das auch nicht Suche nach der eigenen Lebensgeschichte sein", erklärte Franz Kainz. Die Verwaltung der Schuld sei von außen wie von innen jederzeit als politische Waffe zu entsichern gewesen. Es sei politisch nicht korrekt gewesen, der eigenen Trauer Worte zu verleihen und zu weinen um Heimat, Geschichte und Erinnerung. Doch wer die eigenen Söhne und Töchter nicht beklagen wolle - wie will man dem abnehmen, dass er andere beweint?· Was jetzt beginne sei die Aussöhnung der Deutschen mit sich selbst. "Ich bin überzeugt, dass der Friedensforscher damit nicht zum Ausdruck brtngen wollte, dass man Tote gegen Tote, Zerstörung gegen Zerstörung, Misshandlungen gegen Misshandlungen -'einfach ausgedrückt - Unrecht gegen Unrecht, ausund gegenrechnen sollte", sagte Kainz. Vielmehr meine ich, er wollte damit sagen, dass nur eine emotionsfreie Rückbesinnung auf alle Grausamkeiten dieser Zeit das Fundament der Friedenssicherung und Friedenserhaltung sein kann. Wenn man den Frieden sichern wolle, dürfe man die Vergangenheit in seiner Gesamtheit nicht verdrängen. Wenn man nicht bereit sei, sich mit den Schatten der Vergangenheit auseinanderzusetzen, könne man nichts für die Gestaltung einer besseren Zukunft tun. "Erschweren wir denen das Handwerk, die mit Emotion~n und Feindschaft Stimmung machen wollen. Lernen wir daher aus der Vergangenheit, auf dass unsere Zukunft keine neuen Schrecken bringt. Dies sind wir den über 60 Millionen Toten der beiden Weltkriege schuldig - ihr Tod soll uns Verpflichtung zum Frieden sein", ermahnte Franz Kainz. Und nicht zuletzt wolle man an alle Vereinskameraden in ehrender Weise denken. In Ehrfurcht vor den Toten und als äußeres Zeichen der Verbundenheit legte man im Namen der Krieger- und Soldatenkameradschaft einen Kranz am Ehrenmal nieder. Mit dem Lied vom "Guten Kameraden" und einem Ehrensalut ging die Gedenkfeier zu Ende. Beim anschließenden Frühschoppen spielte die Blaskapelle der Deutschen" aus Rumänien noch schwungvoll auf.
LZ v. 31.05.2007