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Kriegerjahrtag 2005

Am Pfingstmontag beging die Krieger- und Soldatenkameradschaft ihren alljährlichen Kriegerjahrtag. In einem festlichen Gottesdienst in der Frauenkirche betete man besonders für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden und bat um Frieden in der Welt.

Kriegerjahrtag 2005-klMit ganz unterschiedlichen emotionalen Empfindungen würde derzeit der 60. Jahrestag des Kriegsendes in den Ländern Europas begangen, so der KSK-Vorsitzende Franz Kainz bei seiner Ansprache am Kriegerdenkmal. Einig sei man sich über alle politischen und geographischen Grenzen hinweg darüber, dass sich ein derart grausames Geschehen nie mehr wiederholen werden dürfe und dass alles unternommen werden müsse, um solches auch künftig zu verhindern. Bei den Gedenkfeiern der Nachbarländer stehe dabei vor allem der militärische Sieg über Hitlerdeutschland in der Rückbetrachtung im Vordergrund. Für Deutschland war der 8. Mai 1945 auch ein Tag der Befreiung von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. „Dieser Tag hat aber auch das unsägliche Leid beendet, das die Bombardierungen unserer Städte vor allem bei der Zivilbevölkerung, bei alten Menschen, Frauen und Kindern anrichteten,“ gab der Redner zu verstehen. „Man sollte aber auch dies vorurteilsfrei in Erinnerung bringen, dass mit Beendigung des Krieges viele Menschenrechtsverletzungen ihren Anfang nahmen. Die Vertreibungen von Millionen von Menschen aus ihrer angestammten Heimat, die Deportationen von zigtausenden deutschstämmigen Menschen aus Rumänien, aus dem Sudentenland und aus vielen anderen Gebieten werden von Historikern aus aller Welt nahezu einstimmig als grobe Verletzung der Menschenrechte eingestuft.“ Bundespräsident Horst Köhler äußerte sich hierzu beim Festakt im Deutschen Bundestag, indem er der Auffassung ist, dass wir um alle Opfer Deutschlands trauern, um die Opfer der Gewalt, die von Deutschland ausging, und um die Opfer der Gewalt, die auf Deutschland zurückschlug.

Selbstverständlich sollten wir uns unserer Vergangenheit stellen, um für die Zukunft zu lernen, so Kainz. Aber es mache schon nachdenklich, wenn es immer ausländischer Hilfe bedürfe, so beispielsweise auch bei der Beurteilung der Vertreibungen, um unser Selbstwertgefühl zu nivellieren. Die Chefanklägerin des Kriegsverbrechertribunals, Carla Del Ponte, habe erst kürzlich die Deutschen für ihren offensiven Umgang mit der NS-Vergangenheit gelobt und aufgefordert, Deutschland solle sich nicht länger mit der Schuldfrage seiner Vergangenheit belasten.

„Wir haben die Verantwortung, die Erinnerung an all dieses Leid und an all seine Ursachen wach zu halten, und wir müssen dafür sorgen, dass es nie wieder zu einem derartigen System und zu seinen grausamen Auswüchsen kommen kann. Wir alle sind dazu aufgerufen, Friedensstifter zu sein, denn die Regierungen allein können dies nicht bewerkstelligen.“, appellierte Kainz an die Zuhörer.

Schließlich legte Franz Kainz am Mahnmal in Ehrfurcht vor den Toten und als äußeres Zeichen der Verbundenheit einen Kranz unter den Klängen vom "Guten Kameraden" und einem Ehrensalut nieder. Der Vorsitzende wies noch beim anschließenden Frühschoppen im Gasthaus Frauenbauer auf den Vereinsausflug vom 16. bis 18. September in die Wachau hin, zu dem noch wenige Plätze frei sind. Anmeldung wird baldmöglichst erbeten bei Kassier Johann Anthofer, Unterwerkstraße 8, Telefon 935022.