© 2002/17 Ja-DV

Freundschaft - wichtiger Weg zum Frieden
Mitglieder der KSK besuchten Freunde der Alpini in der Patengemeinde San Vito

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Altdorf machte sich kürzlich auf den Weg, um die Partnergemeinde San Vito di Leguzzano und dort den befreundeten Verein der Alpini zu besuchen. Neben der Pflege und Vertiefung der kameradschaftlichen Verbindungen mit den Alpini wurde auch ein umfangreiches Besichtigungsprogramm absolviert.

VereinsausflugDie am Vortag der Reise eingegangene „Wettermeldung“ aus Italien war wohl mit ein Grund für die gute Stimmungslage der Teilnehmer bereits bei der Abfahrt. Über Rosenheim, Kufstein, Innsbruck, Brenner wurde bei Sterzing der erste grosse Zwischenstopp angesteuert, um sich für die Weiterfahrt bei warmen Leberkäse und frischen Brezen entsprechend zu stärken. Ab Trento ging es dann zum Caldonazzosee und weiter entlang der Brenta in einer herrlichen Landschaft nach Bassano del Grappa. Am frühen Abend waren die Hotels im Bergdorf San Antonio, das hoch in der Bergwelt des Monte Pasubio vor einer beeindruckenden Felskulisse liegt, erreicht. Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass das erste Abendessen in der Partnergemeinde beim befreundeten Besitzer des Hotelrestaurants „Il Pirata“, Pasquale, eingenommen wird. Bereits bei der Ankunft am Samstag wurden die Altdorfer von einer grossen Abordnung der Alpini und besonders von deren Präsidenten Dario Lappo begrüßt.

Nach dem ebenso ausgezeichneten wie üppigen Abendessen wurde mit den Alpinis das Tagesprogramm für den Sonntag besprochen. Dieser begann zunächst mit dem Besuch des mittelalterlichen Marktes in Thiene. Die vielen kostümierten Ratsherrn, Fahnenschwinger, Landsknechte, Musiker und Gaukler weckten Erinnerungen an die Landshuter Hochzeit. Hintergrund dieses historischen Festes war eine Entscheidung des Dogen von Venedig, der der Stadt Thiene 1492 jeden Monat einen zollfreien Markt gewährte. Nach diesem „Spectaculum“ ging es zum Ortsteil Leguzzano, wo die Alpini bzw. deren Frauen ein großartiges Mittagsmenü vorbereitet hatten. Nach dem Essen bedankte sich der KSK- Vorsitzende Franz Kainz nicht nur für die hervorragende Bewirtung, sondern auch für die herzliche Aufnahme und die Freundschaft, die die KSK jedes mal von neuem erfährt. Weiter stellte er fest, dass sich seit dem ersten Treffen im Jahr 2000 viele Gemeinsamkeiten gezeigt hätten und dass aus dem ersten Kennen lernen zwischenzeitlich viele Freundschaften entstanden seien. „Freunde verstehen sich auch dann, wenn sie eine unterschiedliche Sprache sprechen, denn Freundschaft kommt von Herzen“ sagte Kainz und führte weiter aus, „zwischen den Vereinen der Alpini und der KSK stimmt einfach die Chemie“. Tragen wir durch die Partnerschaft unserer Kommunen und durch die freundschaftlichen Beziehungen unserer Vereine dazu bei, ein Europa zu schaffen, das getragen wird vom Geist des gegenseitigen Verständnisses sowie der Achtung der unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und des Geschichtsbewusstseins, schloss Kainz seine Rede.

In seiner Erwiderung sagte der Präsident der Alpini, Dario Lappo, dass es für sie jedes mal eine grosse Freude sei, sich mit der KSK zu treffen. Weiter führte er aus, dass es gerade für die Soldaten ein wichtige Aufgabe sei, aus der leidvollen Vergangenheit zu lernen und für den Frieden einzutreten. Dario Lappo schloss seine Rede mit der Aussage. „Vertiefen wir unsere Freundschaft weiter, denn gute Freundschaft ist ein wichtiger Weg für den Frieden“. Anschließend machte man einen gemeinsamen Spaziergang durch die herrliche Berglandschaft von Leguzzano, um anschließend beim gemeinsamen Abendessen, an dem auch der Bürgermeister von San Vito di Leguzzano, Antonio Dalle Rive und der Assessor für Kultur, Paolo Snichelotto mit ihren Frauen teilnahmen, weitere gemeinsame Aktivitäten abzusprechen.

Für Montag stand dann ein Besuch von Padua auf dem Programm. Die deutsch-sprachige Stadtführerin sagte eingangs nicht ohne Stolz, dass Padua älter sei als Rom, das Stadtbild aber im wesentlichen durch das Mittelalter geprägt wurde. Der grosse Aufschwung der Stadt begann im zwölften Jahrhundert, als Padua freie Stadtkommune wurde. Einen ersten Eindruck von der Großartigkeit dieser Stadt erhielten die Reiseteilnehmer von der im Zentrum liegenden riesigen Grünanlage Prato della Valle, die von einem Kanal und 78 lebensgrossen Statuen umgeben ist. Nicht weit davon die von aussen schon monumental wirkende Basilika des Hl. Antonius, die als eine der bedeutendsten Kirchen der Christenheit angesehen wird. Das imposante Innere der Basilika weist ganz unterschiedliche architektonische Formelemente auf und ist trotzdem als grossartige Einheit erlebbar. Nicht weniger beeindruckend waren die Profanbauten auf dem Stadtrundgang, beginnend beim historischen Universitätsgebäude, dem Palazzo della Ragione, der durch die angrenzenden Plätze – Piazza delle Erbe und Piazza della Frutta – erst seine gestalterische Einmaligkeit erfährt. Abgeschlossen wurde der Rundgang am berühmtesten Cafe der Stadt, dem Caffe Pedrocchi. Hier hatten die Besucher die Möglichkeit, den angeblich besten Cappuccino Italiens zu genießen. Auf der Rückfahrt war noch eine Weinprobe in der „Villa Capra Bassani“ in Sarcedo angesagt. Die riesige Empfangshalle der Villa, die von einem Schüler Palladios erbaut wurde, verlieh der Weinprobe das entsprechende Ambiente. Exquisit war dann das siebengängige Abendessen in San Antonio zusammen mit den Alpinis. Hier bedankte sich Franz Kainz nochmals für die freundliche Aufnahme in der Partnergemeinde und ganz besonders bei Ursula und Danilo Mang-Bertolati für die Begleitung während des Besuchs. Der KSK-Vorsitzende machte dabei deutlich, dass die Reise und das Besuchsprogramm ohne die tatkräftige Unterstützung der Beiden kaum möglich gewesen wäre. Schon lange vor der Reise hätten Ursula und Danilo in Italien alle Vorbereitungen getroffen, damit diese so reibungslos verlaufen konnte. Er bedankte sich mit einem Geschenk bei beiden und sagte, dass er hoffe, sich beim Gegenbesuch entsprechend revanchieren zu können.

Am Dienstag hiess es dann bei einem letzten Rundgang durch San Vito Abschied zu nehmen von guten Freunden, die versicherten, im nächsten Jahr nach Altdorf zu kommen. Auf der Rückreise war noch die sehenswerte Stadt Brixen im Reiseprogramm. Hier war es vor allem der herrliche Dom, der die Besucher beeindruckte. Aber auch die Plätze und engen Gassen der Altstadt zeugen von der Bedeutung und dem Wohlstand, den diese Stadt über einen langen Zeitraum einnimmt. Die Reiseteilnehmer waren sich insgesamt einig, dass man vier ausgesprochen schöne Tage erlebte und die Partnergemeinde bald wieder besucht werden sollte.
LZ. v. 19.10.2006